Mit der Veröffentlichung von OpenDocument als ISO-Norm und der Anerkennung von Microsofts “Office Open XML” durch die ECMA erreicht der Streit um das zukünftige Standardformat für Office-Dokumente eine neue Stufe.
Eine gute Einführung in das, worum es geht, bietet ein Interview mit Georg Greve von der FSFE über Das Dateiformat der Zukunft in der ORF Futurezone.
Greve bezieht sich in dem Interview auf die umfangreiche Diskussion zu diesem Thema im Internet. Leider sind die Quellen dazu nicht angegeben. Das versuche ich hier nachzuholen.
Der KOffice-Entwickler Inge Wallin weist in seinem Blog darauf hin, dass die International Standards Organisation ISO vorgestern, am 30. November 2006, OpenDocument nun endgültig zum ISO-Standard ISO/IEC 26300:2006 erhoben hat.
Schon etwas älter, aber ich habe es gerade erst über Presentation Zen entdeckt: eine Präsentation von Lawrence Lessig über freie Kultur.
Der „Refrain“ dieser Präsentation lautet:
1. Creativity and innovation always builds on the past.
2. The past always tries to control the creativity that builds on it.
3. Free societies enable the future by limiting the past.
4. Ours is less and less a free society.
In der gestrigen Ausgabe der Zeit (2. November 2006, S. 23) setzt sich Klaus-Peter Schmid in einer Kolumne mit dem Untertitel „Sprudelnde Steuern sind kein Argument für Umverteilung“ dagegen ein, dass die zusätzlichen Steuereinnahmen für „soziale Wohltaten“ verwendet werden.
In einem gewissen Sinne hat Schmid ja recht: Sprudelnde Steuern sind kein Argument für Umverteilung. Nur geschieht eben genau das – allerdings in die entgegengesetzte Richtung: von den Lohnabhängigen zu den Kapitalbesitzern.
Wenn man die Nachrichten zum Fall Murat Kurnaz (und anderen ähnlichen Fällen) so liest, kann man nur zu einem Schluss kommen: Die Terroristen haben schon gesiegt. Denn indem Staaten wie die USA und Deutschland ihre rechtsstaatlichen Prinzipien über den Haufen werfen, haben die Terroristen ihr wichtigstes Ziel schon erreicht: Die Zerstörung der westlichen Demokratien und ihrer rechtsstaatlichen Traditionen.
Das, was George W. Bush uns als „Kampf gegen den Terror“ verkaufen will, ist in Wirklichkeit nur eins: Kapitulation gegenüber dem Terror.
Die Rede des Papstes in Regensburg hat den Konflikt zwischen Islam und Christentum erneut angeheizt.
Das Bild ist bekannt: Auf eine polemisch formulierte Kritik an der Gewaltbereitschaft des Islams und am Begriff des „heiligen Krieges“ reagieren extremistische Muslime in aller Welt – eben mit Gewalt. Sie bestätigen damit nur, was ihnen vorgeworfen wird.
Nun berichtet auch Spiegel Online über die Revolution bei den Dateiformaten für Office-Anwendungen. Typisch ist allerdings, dass der Anlass dafür ein AP-Interview mit dem XML-Experten von Microsoft ist (offensichtlich das gleiche Interview, das auch in der aktuellen Ausgabe der c’t abgedruckt ist).
Dem entsprechend spiegelt der Artikel auch etwas zu sehr die Sicht von Microsoft wider. So kommt z. B. kaum heraus, dass Microsoft im Rahmen dieser Revolution immer nur reagiert hat und dass es vor allem an Microsoft liegt, dass es nun zwei konkurrierende Formate gibt.
Das OpenDocument-Format ist – auf der Basis des Dateiformats von OpenOffice.org – aus einer mehrjährigen Diskussion in einer Arbeitsgruppe der Standardisierungsorganisation OASIS entstanden. Microsoft ist zwar Mitglied von OASIS, hat sich aber nicht an der Entwicklung eines gemeinsamen Office-Dateiformats beteiligt.