Laut einem Blogeintrag der französischen Redaktion von EurActiv ist es bei der Debatte um das Hadopi-Gesetz in der französischen Nationalversammlung hoch hergegangen.
Franck Gilard, Abgeordneter der Regierungspartei UMP und laut Wikipedia unter anderem auch für die Wiedereinführung der Todesstrafe, meinte in einem Zwischenruf:
M. Franck Gilard. On s’en fout, du Parlement européen !
M. Patrick Bloche. Madame la ministre, vous sortez la présidence tchèque de votre chapeau, mais les eurodéputés ont la plus grande légitimité qui soit dans une démocratie, celle du suffrage universel. (Protestations sur divers bancs du groupe UMP.)
M. Jacques Myard. Mais non !
M. Franck Gilard. Être élu européen, c’est une pantalonnade !
M. Franck Gilard. Das ist mir scheißegal, das Europäische Parlament!
M. Patrick Bloche. Frau Ministerin, Sie haben zwar die tschechische Ratspräsidentschaft aus Ihrem Hut gezaubert, aber die die Abgeordnetene des Europaparlaments haben die größte Legitimation, die es in einer Demokratie geben kann: die durch allgemeine Wahlen. (Proteste aus den Bänken der UMP-Fraktion.)
M. Jacques Myard. Aber nein!
M. Franck Gilard. Abgeordneter des Europaparlaments zu sein, ist eine Posse!
(Der letzte Ausdruck « pantalonnade » ist schwer zu übersetzen. Er bezieht sich auf die Figur des Pantalon in der Commedia dell’Arte.)
Das zeigt zwar, wie wenig Respekt ein nationaler Abgeordneter einer bequemen Regierungspartei vor dem Europäischen Parlament haben kann. Zugleich zeigt es aber auch, dass es bei der Europawahl um etwas geht. Seltsam, dass die deutschen Europa-Abgeordneten, die maßgeblich an dem Beschluss gegen Netzsperren ohne Gerichtsverfahren mitgewirkt haben, so wenig Kapital daraus schlagen.