Eigentlich habe ich mein Zeit-Abo nicht nur deshalb zum Jahresende gekündigt, weil ich kaum noch dazu komme, sie zu lesen, sondern auch deshalb, weil ich in letzter Zeit immer öfter einfach abgrundtief schlechte Artikel darin gelesen habe.
Diese Woche ist es anders. Gleich beim ersten Durchblättern habe ich eine Reihe lesenswerter Artikel entdeckt:
Auf dem Frühjahrsgipfel der Europäischen Union wurde in diesem Jahr unter anderem über eine „fünfte Freiheit“ gesprochen, die der Europäischen Union zugrunde liegen soll: den freien Austausch von Wissen. In erster Linie scheint damit nur eine besondere Form der Bewegungsfreiheit von Arbeitnehmern gemeint zu sein, eben die von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Zumindest beziehen sich die meisten Punkte in der Abschlusserklärung auf diesen Aspekt.
8.
Andere Länder, andere Sitten. Wie das News-Portal EurActiv berichtet, betätigt sich der slowenische Minister für Wachstum Žiga Turk nicht nur als Blogger, sondern scheint auch eine realistische Vorstellung vom wissenschaftlichen Publikationswesen zu haben.
In einem Kommentar zur letzten Sitzung des EU-Ministerrats in Brüssel schreibt er:
“The bottom line is that in the scientific publishing process there is a decreasing value added by the publishers. The research is funded by the governments or the industry, performed by the researchers, papers are written and reviewed by them for free, only at the very end a publisher comes along that takes over the copyright, publishes the work and sells the journal at great expense to the community that created and edited the content for free.“
Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen.