Fundamentalismus

Bischof Mixa kritisiert Sarah Palin

Der katholische Militärbischof Walter Mixa hat, laut einem Bericht der Märkischen Allgemeinen, die amerikanische Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin scharf kritisiert.

Kritisch äußerte sich Mixa zu früheren Äußerungen der amerikanischen Vizepräsidentschaftschaftskandidatin Sarah Palin von den Republikanern. Palin hatte vor ihrer Nominierung den Irak-Krieg als „von Gott gewollt“ bezeichnet. „Damit kann ich überhaupt nichts anfangen. Gott will keinen Krieg“, so der Bischof. Die Aussage Palins sei mit der Person Jesus Christus und dem Evangelium nicht vereinbar.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich mit Bischof Mixa mal vollständig einer Meinung bin. Und ich rechne ihm an, dass er diese klare Kritik ausspricht, obwohl er den politischen Positionen von Palin ansonsten näher stehen dürfte.

Bleibt zu hoffen, dass auch Kirchenleute in den USA ähnlich klare Worte finden werden.

Reaktionen auf die Rede des Papstes

Die Rede des Papstes in Regensburg hat den Konflikt zwischen Islam und Christentum erneut angeheizt.

Das Bild ist bekannt: Auf eine polemisch formulierte Kritik an der Gewaltbereitschaft des Islams und am Begriff des „heiligen Krieges“ reagieren extremistische Muslime in aller Welt – eben mit Gewalt. Sie bestätigen damit nur, was ihnen vorgeworfen wird.

Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen

לא תשא את שם יהוה אלהיך לשוא
כי לא ינקה יהוה את אשר ישא את שמו לשוא
(Ex 20,7 = Dtn 5,11)

Das Gebot, den Namen Gottes nicht zu missbrauchen, dürfte heutzutage das am wenigsten geachtete Gebot von allen sein. Bei den zehn Geboten denkt jeder zuerst an „Du sollst nicht töten“ und „Du sollst nicht ehebrechen“. Die ersten drei Gebote spielen im öffentlichen Diskurs, in dem die zehn Gebote als eine Art ethischer Grundkonsens herhalten müssen, ohnehin keine Rolle. Aber dass es darin irgendwie auch um Monotheismus und Bilderverbot geht, dürfte den meisten noch geläufig sein. Aber den Namen Gottes missbrauchen?

Die unreine Wahrheit

„Nämlich die Worte müssen rein bleiben. Denn
Ein Schwert kann zerbrochen werden und ein Mann
Kann auch zerbrochen werden, aber die Worte
Fallen in das Getriebe der Welt uneinholbar
Kenntlich machend die Dinge oder unkenntlich.
Tödlich dem Menschen ist das Unkenntliche.
So stellten sie auf, nicht fürchtend die unreine Wahrheit
In Erwartung des Feinds ein vorläufiges Beispiel
Reinlicher Scheidung, nicht verbergend den Rest
Der nicht aufging im unaufhaltsamen Wandel“
Heiner Müller, Der Horatier (1968)

I.

Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center und den Pentagon von Dienstag, dem 11. September 2001, fragten viele Kommentatoren, was für ein Hass die Attentäter bewegt haben muss, um Verbrechen von solch einem (bis dahin unvorstellbaren) Ausmaß zu begehen. Aber ich denke, diese Frage vermittelt einen falschen Eindruck: als ob die Attentäter aus einem Gefühl heraus gehandelt hätten oder gar im Affekt. Denn nach allem, was wir über diese Verbrechen wissen, haben sie mit Gefühlen nur wenig zu tun.

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